StartRatgeber

Wie viele Sitzungen brauchst du wirklich? Die sechs Faktoren, die es entscheiden

«Drei bis zehn Sitzungen» – diese Spanne hilft dir wenig, wenn du planen willst. Diese sechs Merkmale deines Tattoos bestimmen, wo du in dieser Spanne landest.

Die häufigste Frage im Beratungsgespräch ist nicht der Preis. Sie lautet: «Wie lange dauert das?» Und die ehrliche Antwort ist unbefriedigend, solange man das Tattoo nicht gesehen hat – denn zwei Motive gleicher Grösse können vier oder zwölf Sitzungen brauchen.

Der Grund: Es sind sechs Faktoren im Spiel, und sie wirken zusammen. Wenn du sie kennst, kannst du dein eigenes Tattoo ziemlich gut selbst einordnen.

1. Die Lage am Körper

Das ist der Faktor, den fast niemand auf dem Schirm hat – und einer der wichtigsten. Der Laser zerlegt die Tinte nur; abtransportiert wird sie vom Lymphsystem. Wo die Durchblutung gut ist, geht das schnell. Wo sie schlecht ist, dauert es.

Brust, Rücken und Oberarm liegen nah am Rumpf und räumen zügig ab. Unterarme und Waden brauchen länger. Am zähesten sind Hände, Füsse und Knöchel – dort kann sich die Sitzungszahl gegenüber dem Oberarm glatt verdoppeln.

2. Die Farben

Schwarz und dunkles Blau schlucken Laserlicht am besten und verschwinden am zuverlässigsten. Grün ist deutlich zäher. Rot, Orange und besonders Gelb gehören zu den schwierigsten Farben überhaupt – manche Pigmente reagieren kaum.

Ein rein schwarzes Linien-Tattoo ist deshalb oft nach vier bis sechs Sitzungen weg, während ein buntes Motiv gleicher Grösse zehn und mehr braucht.

3. Wie viel Tinte drinsteckt

Nicht die Fläche entscheidet, sondern die Menge. Eine feine, filigrane Linienzeichnung enthält erstaunlich wenig Pigment. Eine flächig ausgemalte Blackwork-Partie enthält ein Vielfaches – auf derselben Fläche.

Auch die Hand des Tätowierers spielt mit: Profi-Arbeiten sind gleichmässig und in konstanter Tiefe gestochen und lösen sich berechenbar. Selbstgestochene oder sehr alte Amateur-Tattoos sitzen ungleichmässig tief – dort bleiben oft einzelne Stellen länger sichtbar.

4. Das Alter des Tattoos

Hier arbeitet die Zeit für dich. Ein zwanzig Jahre altes Tattoo ist bereits vom eigenen Körper teilweise abgebaut worden, die Partikel sind kleiner und leichter zu entfernen. Ein Tattoo von letztem Jahr sitzt satt und frisch – und braucht mehr Durchgänge.

5. Dein Hauttyp

Je heller die Haut, desto grösser der Kontrast zwischen Pigment und Umgebung – und desto energischer kann behandelt werden. Bei dunkleren Hauttypen muss vorsichtiger gearbeitet werden, um die eigene Hautfarbe nicht anzugreifen. Das bedeutet mehr, dafür sanftere Sitzungen.

6. Cover-ups und Vorbehandlungen

Der grösste Ausreisser nach oben: Ein Cover-up ist ein Tattoo über einem Tattoo – doppelt so viel Pigment, oft in unterschiedlichen Tiefen. Ähnliches gilt, wenn schon mit einem älteren Lasertyp behandelt wurde und Narbengewebe entstanden ist. Hier sind zehn Sitzungen und mehr realistisch.

So ordnest du dein Tattoo selbst ein

  • Schwarz, klein, alt, am Oberarm → eher am unteren Ende der Spanne.
  • Mehrfarbig, flächig, frisch, am Knöchel → eher am oberen Ende.
  • Cover-up oder vorbehandelt → separat einschätzen lassen.

Und ein Punkt, den seriöse Beratung von Verkaufsgespräch trennt: Niemand kann dir vorher eine exakte Zahl garantieren. Was man dir sagen kann, ist eine belastbare Spanne – und nach der zweiten Sitzung sieht man an der Reaktion deiner Haut recht genau, wohin die Reise geht.

Eine erste Einschätzung für dein Motiv bekommst du über den Preisrechner oder direkt mit einem Foto samt Grössenangabe. Details zur Technik stehen unter PicoSure-Laser.

Unsicher, was das bei dir bedeutet?

Schick mir ein Foto deines Tattoos mit Grössenangabe — du bekommst eine konkrete Einschätzung zu Kosten und Anzahl der Sitzungen. Kostenlos und unverbindlich.